Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen

Die Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen ist eine Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Sie beschäftigt sich mit der religiösen Landschaft an den Rändern und vor allem außerhalb der Landeskirche. Dazu gehören neue religiöse Bewegungen, christliche Sondergruppen, so genannte „Sekten“, Psychogruppen, Gurus, Weltanschauungsgemeinschaften, „spirituelle“ Lebenshilfeangebote und vieles mehr.

Die religiöse Landschaft in Deutschland und in Württemberg wird immer vielfältiger und damit auch unübersichtlicher. Bestehende Gemeinschaften entwickeln sich weiter, neue Gemeinschaften entstehen. Auf dem Markt der religiösen Möglichkeiten gibt es Konkurrenz zwischen zahllosen Anbietern von Sinn, Lebensglück, Heilung und letztgültigen Antworten. Weil unter diesen Angeboten und Gruppen auch einige sind, die konfliktträchtig oder gefährlich sind, ist es nötig, sie gut zu unterscheiden.

Wir informieren und beraten Familien, Aussteiger, Gemeinden, Behörden, - jede und jeden, der sich an die Arbeitsstelle wendet mit einer Anfrage oder einem Konflikt mit weltanschaulichem Hintergrund. Wir stellen Informationen für Publikationen zusammen, halten Vorträge, wirken bei Fortbildungen mit und bieten für Betroffene eine seelsorgerliche Begleitung an.

Die Wurzeln unserer Arbeit reichen zurück bis in die 1920er Jahre, und die Arbeitsstelle selbst gibt es in dieser Form seit 1985. Wir sind eng vernetzt mit den entsprechenden Stellen anderer Landeskirchen und Konfessionen und mit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin.


Unsere Themen
Unsere Themen sind unter anderem: 

  • Alternativmedizin
  • Anthroposophie
  • Atheismus
  • Buddhismus
  • Channeling
  • Christliche Sondergruppen
  • Esoterik
  • Fanatismus
  • Fundamentalismus
  • Geistheilung
  • Gurus
  • Hinduismus
  • Magie
  • Mormonen
  • Neuapostolische Kirche
  • Neuoffenbarungen
  • Okkultismus
  • Pfingstlich-charismatische Bewegung
  • Psychoszene
  • Reiki
  • Reinkarnation
  • Satanismus
  • Scientology
  • Spirituelle Lebenshilfe
  • Unabhängige Gemeinden und Netzwerke
  • Universelles Leben
  • Zeugen Jehovas


Unsere Angebote

  • Wir sammeln Informationen und beobachten die genannten Gruppierungen und deren Entwicklungen. 
  • Wir beraten am Telefon und im persönlichen Gespräch.
  • Wir halten Vorträge und bieten Weiterbildungsveranstaltungen an.
  • Wir sind aktiv in staatlichen und kirchlichen Gremien und publizieren in Kirche und Öffentlichkeit. 
  • Wir vermitteln bei Konflikten mit weltanschaulichem Hintergrund. 
  • Wir wirken mit bei Gottesdiensten. 
  • Wir versenden Material und stellen Informationen auf unserer Homepage bereit.


Unsere Grundlagen und Kriterien

Wir versuchen stets, präzise Informationen zu Inhalt, Anliegen, Geschichte und Praxis der Angebote zusammenzutragen und dabei auch das Selbstverständnis der jeweiligen Gruppe oder Richtung zu berücksichtigen. Eine Beurteilung kann dann aus verschiedenen Perspektiven erfolgen, nämlich aus der gesellschaftlich-ethischen Perspektive oder aus der kirchlich-theologischen Perspektive.
Die gesellschaftlich-ethische Perspektive fragt nach der Sozialverträglichkeit bestimmter Angebote, Praktiken und Gemeinschaftsstrukturen. Was folgt für den Einzelnen, seine Familie oder die Gesellschaft aus einem bestimmten religiösen oder weltanschaulichen Engagement? Werden Menschen vereinnahmt? Wird physische oder seelische Gewalt ausgeübt? Wie wird mit „Abtrünnigen“ umgegangen?
Die kirchlich-theologische Perspektive fragt nach dem Verhältnis der Glaubenslehren zueinander. Diese Einschätzung ist von der eigenen Glaubenseinstellung abhängig: Wir orientieren uns dabei an den Lehrgrundlagen der evangelischen Kirche.
Die Beurteilungen aus theologischer Perspektive müssen nicht mit denen aus allgemein ethischer Perspektive übereinstimmen. Eine Gruppe kann theologisch problematisch, aber gesellschaftlich unauffällig sein, oder umgekehrt.


Bezirksbeauftragte in den Dekanaten
Die Landeskirche beruft neben den hauptamtlichen Beauftragten der Arbeitsstelle in Stuttgart weitere Personen als nebenamtliche Beauftragte für Weltanschauungsfragen. In jedem Dekanat (Kirchenbezirk) wird diese Aufgabe von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer, von einer Religionslehrerin oder -lehrer oder von anderen sachkundigen Personen wahrgenommen.
Die Bezirksbeauftragten treffen sich zwei Mal im Jahr zum Informations- und Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung.
Die Bezirksbeauftragten sind vor Ort ansprechbar und vermitteln Informationen und Kontakte. Die örtlichen Verhältnisse kennen sie oft besonders gut. Für Seelsorge und Gespräche vor Ort stehen Sie zur Verfügung.
Kontakte zu einzelnen Bezirksbeauftragten vermittelt die Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen.
(Kontaktdaten finden Sie hier)